Was ist Planespotting?

Unter Planespotting versteht man die Beobachtung von Flugzeugen in der nahen Umgebung von Flughäfen. Meist ist damit das Fotografieren der startenden oder landenden Maschinen verbunden.

Die Aviatikbegeisterten, die dieses Hobby ausüben, werden als Planespotter bezeichnet. In Deutschland sind es Schätzungen zufolge 2000, wobei die Männer klar dominieren. Sie scheuen keine Zeit und Kraft, oft stundenlang am Flughafen auszuharren und Flugzeug um Flugzeug zu fotografieren. Die gesammelten digitalen Fotos laden sie in spezielle Datenbanken hoch.

Planespotter am Flughafen

Für das Planespotting werden starke Teleobjektive verwendet. Die Planespotter suchen sich an klaren Tagen Standorte mit günstigen Lichtverhältnissen. Je nach Flughafen können dies Aussichtsplattformen, Hügel oder auch nur Stellen mit guter Sicht hinter dem Zaun sein, wobei sie hierfür eine Leiter mitführen.

Um ein Flugzeug beim Start oder der Landung optimal ablichten zu können, informieren Sie sich vorab über Flugbewegungen oder hören den Funkverkehr zwischen Piloten und Tower mit. Zu jeder Aufnahme notieren sie sich den Typ und die Kennnummer der Maschine, die Fluggesellschaft und Start- und Landedaten.

Wichtig bei den Fotos ist für die Planespotter, dass Seriennummer, Gesellschaft und Registiernummer des Flugzeuges zu sehen sind. Ansonsten stehen die Lackierung und der Flugzeugtyp als solcher im Mittelpunkt des Interesses. Seltene Bemalungen oder Typen sind die begehrtesten Fotomotive.

Dazu gehören die älteren russischen Maschinen wie die Antonovs, die nach und nach ausgemustert werden. Auch neue Modelle wie der Airbus A360, den noch nicht viele Gesellschaften einsetzen, stehen bei Planespottern hoch im Kurs. Auffällige Einzellackierungen sind beispielsweise in der Flotte der australischen Fluggesellschaft Quantas zu finden.

Die Planespotter bewegt eine Sammelleidenschaft und das Bedürfnis, ihren Reisedrang zu stillen. Teilweise fahren sie hunderte Kilometer weit, um ein bestimmtes Flugzeug vor die Kameralinse zu bekommen. So knüpfen sie auch Kontakte. Man kann durchaus von einer Planespotter-Szene sprechen, die über das Internet lockere Verbindungen hält.

Beliebte Flughäfen in der Planespotter-Szene sind alle, an denen viele Flugbewegungen stattfinden oder wo aufgrund angeschlossener Flugzeugwerften neue Modelle beobachtet werden können. Dazu zählen in Deutschland Frankfurt am Main, Düsseldorf, München und Hamburg.

In Europa gilt der Amsterdamer Flughafen Shiphol als guter Ort für das Planespotting, denn hier versperren nur wenige Zäune die Sicht. Ein Paradies für jeden Aviatikbegeisterten ist der Flughafen Princess Juliana auf Saint Martin in der Karibik. Hier schweben Jumbomaschinen nur knapp über einen Traumstrand auf die Landebahn hinab.

Planespotter sind allerdings an militärischen Anlagen nicht willkommen. Hier gelten Fotografen als unliebsame Spione und können sehr leicht in Konflikt mit dem Sicherheitspersonal geraten.

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