Tupolew PSC

Das Unternehmen ist, neben der Antonow, der zweite große Flugzeugbauer der ehemaligen Sowjetunion. Hauptsitz des einstigen Branchenriesen ist Moskau. Seit dem Jahr 2006 gehört die Tupolew Public Stock Company zum Konsortium OAK, einem Zusammenschluss russischer Luftfahrtunternehmen. Der Ehrgeiz des heutigen Unternehmens fließt vor allem in die Erforschung alternativer Treibstoffe, wenngleich veraltete Modelle gewartet oder umgerüstet und bewährte Typen weiterhin gebaut werden.

Tupolew PSC – historischer Abriss
Der Name des Unternehmens geht auf einen seiner Begründer zurück, auf Andrej Nikolajewitsch Tupolew, der 1922 ein Konstruktionsbüro in Moskau eröffnete: das OKB Tupolew. Dort wurden mehr als 300 Projekte bearbeitet und insgesamt 18000 Flugzeuge für die zivile und die militärische Nutzung produziert. Alles in allem gibt es 40 verschiedene Typen, unter denen die Tu-144, als ziviles Überschallflugzeug, eine Sonderstellung einnimmt. Hauptproduktionsort ist und war Moskau, allerdings kam 2000, nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, eine Produktionsstätte in Uljanowsk hinzu.

Tupolew PSC – Modelle
Die Firma entwarf und produzierte, wie Antonow in Kiew auch, verschiedenste Modelle und Typen, beispielsweise die zivilen Mittelstreckenflugzeuge Tu-204 und Tu-214, für Kurzstrecken die Tu-334, die im Regionalverkehr genutzten Tu-324 und Tu-414 sowie die für den Frachtverkehr konstruierte Tu-330. Nach wie vor baut Tupolew den für Langstrecken ausgelegten Überschallbomber Tu-160 für die russische Luftwaffe. Andere Modelle, zum Beispiel die Tu-22M sowie die Langstreckenbomber Tu-95 und Tu-142 gelten als veraltet. Um sie zu erhalten, werden sie repariert oder umgerüstet, jedoch nicht mehr gebaut. Vor allem während des Zweiten Weltkriegs wurde eine völlig andere Konstruktion umgesetzt, die von Tupolew persönlich stammte: Propellerschlitten, die sogenannten Aerosani. Dabei handelte es sich um eine auf vier Kufen über Schnee und Eis gleitende Kabine, die durch Propeller angetrieben wurde, wobei sie eine Geschwindigkeit von bis zu 104 Stundenkilometern erreichen konnte. Die wendigen Aerosani bewährten sich als Fahrzeuge für die Bodenaufklärung sowie für Spezialtransporte. Noch bis 1980 wurden Propellerschlitten im zivilen Bereich als Verkehrsmittel genutzt.