Lockheed

Die aus der Loughead Aircraft Manufacturing Company hervorgegangene Lockheed Corporation ist gewissermaßen das amerikanische Pendant zur deutsch-niederländischen Fokker: ein traditionsreiches Unternehmen der Flugzeugpionier-Ära, das bis in die 1990er Jahre Bestand hatte. Im Jahr 1995 fusionierten Lockheed und Martin Marietta zu Lockheed Martin, deren Sitz sich in Bethesda befindet.

Lockheed – historischer Abriss
Das ursprünglich 1912 gegründete Unternehmen benötigte mehrere Anläufe und musste mehrfach Insolvenz anmelden, bis Allan Loughead 1926 eine Firma gründete, die als Vorläufer der späteren Lockheed gelten kann. Während des Ersten Weltkriegs erlebte Lockheed einen ungeheuren Aufschwung durch Lizenzprodukte und den Bau des Abfangjägers P-38 Lightning. Gleichzeitig entwarfen die Ingenieure ein Transportflugzeug, dessen Nachfolgemodell allerdings ein Flop war. Ab 1943 verlegte sich Lockheed auf geheime Militärprojekte, deren erstes erfolgreiches Ergebnis die P-80 Shooting Star (F-80) war, ein strahlgetriebenes Kampfflugzeug. Das Unternehmen entwarf in der Folge weitere Kampfflieger, in den 1950er Jahren eine Mittelstreckenrakete und zwei Atomraketen, bevor es sich, während der nächsten Dekade, der Entwicklung militärischer und ziviler Transport-Maschinen zuwandte. Die beiden letztgenannten Projekte litten unter Konstruktionsfehlern und Lieferschwierigkeiten, weshalb Lockheed in den 1970er Jahren finanziell schwer angeschlagen war.
Etwa zwanzig Jahre lang hatte die Geschäftsführung Regierungsangehörige befreundeter Nationen bestochen, um den Absatz ihrer Militärflugzeuge zu fördern. In den nächsten Jahren befand sich Lockheed im Niedergang, auch aufgrund dieses Skandals, bevor sich das Unternehmen seit 1985 wieder erholte, Konkurrenten übernahm und, gemeinsam mit anderen Herstellern, neue Kampfflugzeuge entwickelte.

Lockheed – Modelle
Die zivile Sparte des Unternehmens umfasst relativ wenige Modelle, deren letztes (L-1011 TriStar) erfolglos blieb. Zuvor hatte man allerdings Leistungsfähigkeit bewiesen, beispielsweise mit dem Businessjet L-1329 JetStar oder mit der viermotorigen L-188 Electra, einem auf Kurz- und Mittelstrecken ausgelegten Turboprop-Flugzeug für den Personen- und Frachtverkehr. Mit militärischen Transportern war Lockheed insgesamt ebenfalls nur mäßig erfolgreich, die R6V Constitution und die C-5 Galaxy litten unter Konstruktionsmängeln. Anders sieht es hinsichtlich Kampfflugzeugen, Waffen und Weltraumtechnik (Apollo und Hubble-Weltraumteleskop) aus, begonnen mit der P-38 Lightning, über den F-104 Starfighter bis zur jüngsten Entwicklung, der Lockheed Martin F-35 Lightning II.