Fokker

Aus den Fokker Flugzeugwerken stammen einige der berühmt gewordenen Kriegsflugzeuge des Ersten Weltkriegs. Das ursprünglich deutsche Unternehmen siedelte 1919 in die Niederlande um, wo es sich bis 1996 halten konnte.

Fokker – historischer Abriss
Ursprünglich firmierte Anton Herman Gerard Fokkers Unternehmen in Berlin, bevor er es 1913 nach Schwerin verlegte. Als auf deutschem Boden keine Flugzeuge mehr gebaut werden durften, nachdem Deutschland den Ersten Weltkrieg verloren hatte, transportierte der Firmengründer nahezu seine gesamte Fabrik per Eisenbahn in die Niederlande, wo er seine Firma mit anderen Unternehmen zur Niederländischen Flugzeugfabrik Fokker zusammenschloss. Dort arbeitete er nicht nur an der Weiterentwicklung der militärischen Modelle, sondern begann sehr erfolgreich, sich der zivilen Luftfahrt zuzuwenden. Ab 1927 engagierte sich Fokker in Nordamerika, bis seine dortigen beiden Fabriken 1931 von General Motors übernommen wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg benannte sich das Unternehmen in „Fokker“ um und konnte, durch die Konstruktion von Turboprop-Maschinen, nahtlos an bisherige Erfolge anschließen, bevor 1967 das erste Düsenverkehrsflugzeug gebaut wurde. Seit 1987 geriet der Flugzeugbauer jedoch zunehmend in Schwierigkeiten: Mehrfach sprang der niederländische Staat mit Steuergeldern ein, bevor Fokker die Daimler-Benz AG (DASA) für eine Kooperation gewinnen konnte. Zwei Monate nachdem Daimler die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte, meldete Fokker 1996 Insolvenz an.

Fokker – Modelle
Die frühesten Fokker-Maschinen waren militärische Mehrzweckflugzeuge und Schulflugzeuge. Während des Ersten Weltkriegs baute Fokker Jagdtrainer und Jagdflugzeuge als Ein-, Doppel- und Dreidecker. Eine Ausnahmeerscheinung war die Fokker D. VII: Dieses Modell war seiner zeitgenössischen Konkurrenz dermaßen überlegen, dass die Alliierten nach dem Krieg die Vernichtung oder Auslieferung sämtlicher Exemplare verlangten. Zwischen den Kriegen baute Fokker die Aufklärer der C-Reihe, ein neues Jagdflugzeug sowie die beiden Zerstörer D. XXIII und G. I. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden das Schulflugzeug S-11 und die F-27 „Freundschaft“, ein Turboprop-Verkehrsflugzeug aus dem Jahr 1955, das bis 1986 produziert wurde. Das erste Düsenverkehrsflugzeug aus dem Hause Fokker war die 1967 gebaute F-28. Danach war das Unternehmen an der Entwicklung des Lockheed F-104G Starfighters und des VFW 614 beteiligt, bevor die Modelle Fokker 50, Fokker 70 und Fokker 100 so viel Geld verschlangen, dass sich der Flugzeugbauer nicht mehr aus eigener Kraft retten konnte.