ATR

Der Hauptsitz des italienisch-französischen Flugzeugbauers Avions de Transport Régional befindet sich in Toulouse. Nachdem ab 2000 verstärkt schnellere Regional-Jets angeboten wurden, brachen die Auftragszahlen bei ATR zunächst ein. Seit einigen Jahren sind die zwar langsameren, jedoch wirtschaftlicheren Turboprop-Maschinen, in Anbetracht steigender Treibstoffpreise, allerdings wieder begehrt: Aufgrund weltweiter Bestellungen funktioniert die Konzentration auf die ATR 42 und die ATR 72 weitgehend problemlos. ATR konnte die Krise überwinden und verzeichnet seit 2008 wieder zunehmende Bestellungen. Allein von 2010 zu 2011 verdoppelte sich die Nachfrage nach den beiden Turboprop-Modellen.

ATR – historischer Abriss
Das binationale Joint-Venture wurde 1981 gegründet, beteiligt sind die heutige EADS und die italienische Aeritalia, die inzwischen Alenia heißt. ATR lebt im Wesentlichen von zwei Modellen, das erste Modell hatte seinen Jungfernflug 1984, das zweite 1986. Seit dem Jahr 2007 ist die Entwicklung einer neuen Produktfamilie im Gespräch. Zu diesem Zweck arbeitet das Unternehmen mit Rolls-Royce sowie mit dem Triebwerkshersteller Pratt & Witney zusammen, um in Zukunft zwei technisch erstklassige Flugzeugtypen zu entwerfen, die jeweils 80 bis 90 Passagiere befördern sollen. Vor 2015 ist mit dem Beginn der eigentlichen Entwicklungsphase nicht zu rechnen. ATR kann es sich leisten, angesichts der ständig steigenden Bestellungen für die bisherigen Modelle, darauf zu warten, dass die gegenwärtig noch weitgehend unerprobte Technik sich bei anderen Herstellern bewährt, bevor die neue Baureihe zur Produktionsreife gelangt.

ATR – Modelle
Die ATR 42 ist ein bevorzugt auf Kurzstrecken eingesetztes Turboprop-Regionalflugzeug für den Personentransport. Allerdings kann die Kabine umgebaut und das Flugzeug somit für den Frachtverkehr genutzt werden. Zudem bietet das Konsortium die ATR 42 Surveyor an, ein für die Seeraumüberwachung vorgesehenes Militär-Modell. Die ATR 72 ist die längere Variante der ATR 42. Sie wird sowohl für Fracht- als auch für Passagierflüge auf Kurzstrecken genutzt. Beide Modelle haben mehrere Entwicklungsphasen durchlaufen und werden unter verschiedenen Typen-Bezeichnungen angeboten, beispielsweise ATR 72-100 oder ATR 72-210. Die Verbesserungen beziehen sich sowohl auf das Startgewicht und auf das Triebwerk als auch auf den Komfort der Kabinen.