Antonow

Das Unternehmen mit dem langen Namen, „Wissenschaftlich-technischer Komplex für die Luftfahrt O. K. Antonow“, hat seinen Sitz in Kiew. Bereits während der Sowjet-Zeit produzierten die Ukrainer diverse Flugzeugtypen. Der erste Jungfernflug fand 1946 statt. Mittlerweile ist Antonow Bestandteil der ukrainischen Kharkov State Aircraft Manufacturing Company (KSAMC) und diversifiziert sich: Man stellt nun auch Busse, Straßenbahnen und Rennräder her.

Antonow – historischer Abriss
Benannt ist der Flugzeughersteller nach seinem ersten Leiter, dem 1946 zum Chef der Konstruktionsabteilung der Flugzeugfabrik Novosibirsk berufenen Oleg Konstantinowitsch Antonow. Der erhielt zunächst die Aufgabe, ein landwirtschaftlich nutzbares Flugzeug zu entwerfen. Nachdem einige der in Novosibirsk konstruierten Maschinen produziert worden waren, versetzte man die Ingenieure nach Kiew, wo ab 1953 zahlreiche zivile und militärische Flugzeuge entwickelt wurden, die oftmals für den Einsatz unter extremen klimatischen Bedingungen ausgelegt waren. Seit den 1970er Jahren konzentrierte sich das Büro auf den Transport-Sektor, woraufhin die legendär gewordene Antonow An-124 entstand. Ein zweites beachtliches Transportflugzeug, ausgelegt für außergewöhnlich schwere und sperrige Lasten, hatte 1988 seinen Jungfernflug nach nur drei Entwicklungsjahren: die Antonow An-225. Per Huckepack-Verfahren transportierte dieses Flugzeug 1989 auf seinem Rücken eine sowjetische Raumfähre als Außenlast.

Antonow – Modelle
Es gibt kaum einen Flugzeugtyp, den die Ukrainer nicht entworfen hätten: Segelflugzeuge für verschiedene Zwecke, Militärmaschinen als Aufklärer oder Frachter, zivile Kurz-, Mittel- und Langstreckenflugzeuge für den Passagiertransport oder für Frachten, Maschinen für wissenschaftliche Zwecke, Kunstflug-Maschinen … Die wohl bekanntesten Modelle sind das Großraumtransportflugzeug An-124 und das bisher größte Transportflugzeug der Welt, die An-225, von der bislang nur ein einziges Exemplar existiert. Die zweite An-225 wurde bisher nicht gebaut, die unvollendete Maschine steht seit Jahren im Werk. Derzeit arbeitet man in Kiew an der Weiterentwicklung der An-225, um mit der An-325 ein noch gewaltigeres Großraumtransportflugzeug bauen zu können.