United Airlines

United Airlines ist seit der Fusion mit dem früheren Konkurrenten Continental Airlines 2011 gemessen am Passagieraufkommen die weltgrößte Fluggesellschaft. Die amerikanische Gesellschaften hat ihren Sitz in Chicago im US-Bundesstaat Illinois. United Airlines beschäftigt zur Zeit knapp 87000 Mitarbeiter und unterhält eine Flugzeugflotte von etwa 701 Maschinen. Sie ist neben der deutschen Lufthansa eines der Gründungs- und Führungsmitglieder von Star Alliance, der global führenden Luftfahrtallianz. Zum Konzern gehören die Tochterfluggesellschaften United Express, die Regionalflüge anbietet, sowie die Frachtfluggesellschaft United Cargo.

Die Geschichte von United Airlines ist eng mit der des Flugzeugbauers Boeing verbunden. Denn 1929 wurde United vom Flugzeugpionier William Boeing gegründet, der eine Reihe kleinere Fluggesellschaften aufgekauft hatte und in einer neuen Gesellschaft unter dem Namen United Airlines zusammenführte. Wie alle vor dem Zweiten Weltkrieg gegründeten US-amerikanischen Fluggesellschaften begann United Airlines als Luftpostgesellschaft; erst im Laufe der 1930er Jahre kam die Personenbeförderung hinzu. Ab 1933 bot United Airlines als eine der ersten Fluggesellschaften der USA durchgehende Inlandsflüge von Küste zu Küste an. Möglich wurde das durch den Einsatz von Flugzeugen des Typs Boeing 247, deren Tankvolumen ausreichte, um derart lange Distanzen ohne Tankstopps zurückzulegen. Im Jahr 1934 wurde United Airlines per Gesetz (Air Mail Act von 1934) von der Boeing Airplane Company getrennt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte United Airlines – wie die gesamte US-Flugbranche – einen gewaltigen Aufschwung: Alleine während der 1950er Jahre verfünffachte sich die Anzahl der geflogenen Passagierkilometer. Auch während der folgenden zwei Jahrzehnten hielt das Wachstum an, flachte jedoch zunehmend ab.
United Airlines war die erste Fluggesellschaft der Welt, die 1954 einen Flugsimulator in der Pilotenausbildung einsetzte. Nach dem Zusammenschluss mit Capital Airlines löste United Airlines 1961 den bisherigen Branchenprimus American Airlines als größte Fluggesellschaft der westlichen Welt ab – größer war zum damaligen Zeitpunkt nur noch die staatliche sowjetische Fluggesellschaft Aeroflot. In den 1970er Jahren wurden für United Airlines zu einem schwierigen Jahrzehnt: Schwaches Wirtschaftswachstum brachte phasenweise hohe Verluste, und der Airline Deregulation Act von 1978, mit dem die Entflechtung der Branche vorangetrieben wurde, verschärfte den Wettbewerb und ließ die Gewinne weiter schrumpfen.

In den 1980er Jahren expandierte United Airlines dann wieder erheblich, nicht zuletzt durch die 1985 erfolgte Übernahme des Pazifikgeschäfts von PanAm, dem sich 1991 die Übernahme von PanAms Verbindungen zum Flughafen London Heathrow anschloss. Damit war United Airlines nur eine von zwei US-Fluggesellschaften (die andere war TWA), die vor der Liberalisierung des Luftverkehrs durch das Open Skies Abkommen (2008) Landerechte am wichtigen Drehkreuz London besaß.

Bei den Terrorangriffen auf New York udn Washington, D.C., am 11. September 2011 waren zwei der vier entführten Maschinen Flugzeuge von United Airlines. Zwischen 2003 und 2005 durchlief United Airlines erfolgreich ein Insolvenzverfahren.