Ryanair

Ryanair ist eine Billigfluggesellschaft, die ihren Sitz in der irischen Hauptstadt Dublin hat. Nach Passagierzahlen ist Ryanair die zweitgrößte Fluggesellschaft Europas nach der Deutschen Lufthansa. Ryanair nimmt zwar für sich in Anspruch, mehr Passagiere zu befördern als die Lufthansa, dass stimmt aber nur dann, wenn die Tochtergesellschaften der Lufthansa außer Betracht gelassen werden.

Ryanair wurde im Jahr 1985 gegründet. Zu den Gründern gehörte unter anderem der Unternehmer Tony Ryan, nach dem Ryanair benannt wurde. Zunächst operierte Ryanair als regionaler Anbieter, der Flüge zwischen der irischen Provinz und London-Gatwick anbot, arbeitete jedoch anfangs mit großem Verlust. 1993 erfolgte ein Strategiewechsel, als Michael O’Leary das Unternehmen übernahm und voll auf das Billigflugkonzept setzte, dass er bei der amerikanischen Fluglinie Southwestern kennengelernt hatte. In der Folge der Deregulierung des Luftverkehrs in der EU expandierte Ryanair ab 1997 auf das europäische Festland.

Kern des Billigflugkonzepts von Ryanair ist der sogenannte No-frills-Ansatz. Darunter wird verstanden, dass alle für den eigentlichen Flugbetrieb nicht unbedingt nötigen Kosten eingespart werden. Dazu gehört, dass die gesamte Flotte ausschließlich aus Flugzeugen eines Typs besteht, wodurch die Kosten für Pilotenschulungen gesenkt sowie Wartungspersonal eingespart werden kann. Die Maschinen werden nach kurzer Haltedauer bereits weiterverkauft, um Wartungskosten gering zu halten.

Bei der Planung der Flugrouten wird darauf geachtet, dass Leerflüge zu den Einsatzpunkten entfallen und die Maschinen stattdessen an einem Stützpunkt starten und enden. Die Wartezeit zwischen Landung und erneutem Abflug wird auf 25 Minuten beschränkt. Es werden grundsätzlich keine großen Flughäfen mit hohen Gebühren angeflogen, sondern ausschließlich kleinere Flughäfen.

Durch die Beschränkung auf Flugzeuge eines Typs die Streckenplanung vereinfacht, weil die Flugzeuge untereinander beliebig austauschbar sind. Ryanair spart zudem massiv im Bereich der Ausstattung. Verzichtet wird auf hochwertige Materialien, und alle Sitze weisen nur minimale Abmessungen auf und sind nicht verstellbar. Unterhaltungssysteme sind an Bord nicht vorhanden.

Für eine große Zahl von Einzeldienstleistungen werden Zusatzgebühren erhoben, unter anderem das gesamte Aufgabegepäck, das Einchecken am Schalter sowie die Verpflegung an Bord.